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Unsere Ziele für die Stadt Wil

Vorbildrolle der Stadt punkto Nachhaltigkeit

Die Umsetzung des Nachhaltigkeitsprizips ist eine Querschnittsaufgabe und die wohl grösste gesellschaftliche Herausforderung des 21. Jahrhunderts. Hierbei trägt die Lokalpolitik eine grosse Verantwortung: Eine global nachhaltige Gesellschaft lässt sich letztlich nur durch konkrete Schritte auf lokaler Ebene erreichen. Die Lokalpolitik bestimmt unser unmittelbares Lebensumfeld und hat folglich einen erheblichen Einfluss darauf, wie nachhaltig unser Lebenswandel ist. Dies lässt sich am Beispiel Raumplanung veranschaulichen: Eine Gemeinde, die auf bauliche Verdichtung setzt, bewirkt dadurch ein nachhaltigeres Verhalten der Bevölkerung. Der Flächen- und der Energieverbrauch sinken. Die Transportwege nehmen ab und durch die Zeitersparnis steigt die Produktivität. Der gesellschaftliche Austausch wird gefördert, woraus z.B. ein kultureller Mehrwert resultieren kann. Forciert die Gemeinde hingegen ein expansives Siedlungswachstum, isolieren sich die Bewohner/innen voneinander und beanspruchen viel mehr Ressourcen. Beispielsweise lassen sich weitläufige Einfamilienhausquartiere nicht effizient mit öffentlichen Verkehrsmitteln erschliessen. Die meisten Bewohner/innen werden das Auto als Verkehrsmittel nutzen. Flächen- und Energieverbrauch, aber auch die volkswirtschaftlichen Kosten, fallen um ein Vielfaches höher aus.

Wir setzen uns dafür ein, dass in der Stadt Wil bei allen wichtigen Entscheidungen - sei es in der Raumplanung, in der Verkehrs-, Gesellschafts- oder Finanzpolitik - die Frage der Nachhaltigkeit gestellt wird. Die Stadt soll eine Vorbildrolle übernehmen und dadurch andere Gemeinden, Unternehmen und Private zu mehr Nachhaltigkeit animieren. Im Energiebereich kann sie durch eigene Förderprogramme Anreize setzen: Werden die Mittel geschickt eingesetzt, können durch sogenannte "Hebeleffekte" zusätzliche Investitionen von Privaten ausgelöst werden, was nicht zuletzt das Wachstum der auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Wirschaftszweige (Cleantech-Branche) fördert. Einen grossen Effekt kann die Stadt auch erzielen, indem sie das öffentliche Beschaffungswesen konsequent auf Nachhaltigkeit ausrichtet. Dies bedeutet, dass sie bei der Vergabe von Aufträgen lokale sowie ökologisch und sozial vorbildliche Unternehmen bevorzugt.

Weniger Lärm, Dreck, Stress, Stau und Unfälle auf Wiler Strassen

Die Stadt Wil hat ein Verkehrsproblem: Fast täglich nach Feierabend gerät der Autoverkehr im Stadtzentrum ins Stocken. Untersuchungen über den Ursachen haben zu zwei wichtigen Erkenntnissen geführt:

Erstens: Das Verkehrsproblem ist hausgemacht. Nicht der Durchgangsverkehr, sondern vielmehr der Ziel-, Quell- und Binnenverkehr sind ausschlaggebend für die täglichen Staus. Das Problem kann also nicht durch Umfahrungsstrassen gelöst werden. Die Wiler und Wilerinnen selbst sind für das Problem und folglich auch für dessen Lösung verantwortlich.

Zweitens: Der Anteil des motorisierten Individualverkehrs am Gesamtverkehrsaufkommen ist viel zu hoch. Im Vergleich zu anderen Städten benutzen zu wenige Leute den ÖV und das Velo oder gehen zu Fuss. Ein Ausbau der Strassenkapazität würde das Wachstum des motorisierten Individualverkehrs noch zusätzlich anheizen.

Die Lösung des Problems liegt auf der Hand: Die Stadt Wil muss den Modalsplit, d.h. die Anteile der verschiedenen Verkehrsmittel am Gesamtverkehrsaufkommen, zu Gunsten des ÖV und des Langsamverkehrs verlagern. Es ist bekannt, dass diese Verkehrsmittel im städtischen Umfeld viel effizienter sind als der motorisierte Individualverkehr, und zwar punkto Energieverbrauch, Flächenverbrauch und Emissionen. Es gibt nur zwei Möglichkeiten, wie eine solche Verkehrsverlagerung erreicht werden kann: Entweder macht man den ÖV und der Langsamverkehr attraktiver, oder das Autofahren unattraktiver. Aus Sicht der Jungen Grünen sollten beide Mechanismen genutzt werden, wobei natürlich die Attraktivitätssteigerung der umwelteffizienten Verkehrsmittel an erster Stelle steht. Es ist nicht das Ziel grüner Verkehrspolitik, keine Autos mehr auf der Strasse zu haben. Vielmehr soll es auf der Strasse genügend Platz für jene Automobilisten geben, welche auf das Auto als Transportmittel zwingend angewiesen sind (z.B. Gewerbetreibende, Gesundheitsdienste usw.).

Um die Attraktivität des Langsamverkehrs in Wil zu erhöhen, wurde im Jahr 2008 die "Veloinitiative" lanciert, welche forderte, dass die Stadt Wil über fünf Jahre verteilt zwei Millionen Franken in Velofördermassnahmen investiert. Stadtrat und Parlament haben die Initiative gutgeheissen, sodass sie nun umgesetzt wird. Aus Sicht der Jungen Grünen können diese Massnahmen die Attraktivität des Veloverkehrs in der Stadt Wil signifikant steigern, doch dürften die bereitgestellten Mittel nicht reichen, um ein vollständiges Velowegnetz zu realisieren. Nach Ablauf der fünf Jahre muss wohl über weitere Investitionen diskutiert werden. Ebenso sind nach Ansicht der Jungen Grünen noch punktuelle Verbesserungen im Fusswegnetz möglich. An verschiedenen Stellen sollten zusätzliche Quartierverbindungen und Fussgängerübergänge auf Kantonsstrassen geschaffen werden.

Die Attraktivität des ÖV hängt davon ab, welcher Komfort den Kunden/innen geboten wird und welchen Preis sie dafür zahlen. Ein richtiger Stadt-ÖV funktioniert nur mit einem sehr dichten Taktfahrplan. Die Nutzer/innen müssen jederzeit an eine Haltenstelle stehen können in der Gewissheit, dass in wenigen Minuten der nächste Bus fährt. Die Jungen Grünen fordern deshalb, dass die Stadt Wil zumindest versuchsweise einen Stadtbusbetrieb im 10-Minuten-Takt einführt. Auf jeder Linie wären dann zwei Fahrzeuge unterwegs, welche jeweils alle 20 Minuten am Bahnhof vorbeikommen, und dies um 10 Minuten versetzt. Heute ist auf jeder Linie nur ein Bus unterwegs, welcher alle 15 Minuten zum Bahnhof zurückkehren muss. Dadurch stehen die Fahrer/innen ständig unter Zeitdruck und fahren dementsprechend riskant. Neben der Steigerung des Komforts durch die Taktverdichtung können auch preisliche Anreize dazu beitragen, dass mehr Leute auf den ÖV umsteigen. Bereits haben einige nordeuropäische Städte einen Gratis-Busbetrieb eingeführt und damit eine Reduktion des motorisierten Verkehrs um bis zu 20% erzielt. Hätte diese Massnahme in Wil auch nur halb so viel Erfolg, wäre das Verkehrsproblem gelöst!

Auch eine gewisse Attraktivitätsminderung des motorisierten Individualverkehrs ist in der Verkehrsplanung ein opportunes Mittel, um Modalsplitveränderungen zu erreichen. Um dem Langsamverkehr gegenüber dem Autoverkehr einen grösseren Vorteil zu verschaffen, sind tiefe Geschwindigkeitsbeschränkungen das Mittel der Wahl: In einer Tempo-30-Zone ist das Velo das schnellere Verkehsmittel als das Auto. Auch die bessere Verkehrssicherheit und die geringeren Emissionen sprechen für tiefe Geschwindikeitslimiten. In den Wiler Wohnquartieren gilt bereits Tempo 30. Neuerdings ist die Einführung von Tempo 30 auch auf Kantonsstrassen möglich. Dies ist aus Sicht der Jungen Grünen prüfenswert, wo Kantonsstrassen durch dicht besiedeltes Gebiet führen. Auch über das Parkplatzangebot und Parkgebühren kann der Autoverkehr in der Stadt ein Stück weit reguliert werden.

Aktive Zentrumsentwicklung

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Aufwertung der innerstädtischen Grünräume

Attraktiv gestaltete Grünräume und Erholungsmöglichkeiten sind für die Lebensqualität in einer Stadt und für das Stadtklima von grosser Bedeutung. Sie haben sogar einen nachweisbaren positiven Effekt auf die Gesundheit der Bevölkerung im Einzugsgebiet. Ausserdem können sie als ökologische Ausgleichsflächen einen Teil der durch Siedlungswachstum und Intensivierung der Landwirtschaft bedrohten Artenvielfalt kompensieren. Auch die Stadt Wil ist in den vergangenen Jahren urbaner geworden: Siedlungsfläche und -dichte haben zugenommen. Neben kleinen "Pocket Parks" und Grüninseln weist Wil heute nur noch drei grössere innerstädtische Grünräume auf, welche vor Überbauung geschützt sind: Das Areal der Pychiatrischen Klinik, die Klosterwiese und den Raum Stadtweier-Weierwisen. Da das Klinikareal im Besitz des Kantons und die Klosterwiese Eigentum des Klosters St. Katharina ist, hat die Stadt Wil zur Zeit keine Möglichkeit, diese Grünflächen für die Öffentlichkeit zu erschliessen. Hingegen ist der Grünraumkorridor Stadtweier-Weierwisen, abgesehen von einigen Parzellen im Osten, im Besitz der Stadt Wil. Das Areal am Stadtweier ist bereits heute ein stark frequentiertes Naherholungsgebiet. Hingegen ist die Obere Weierwise für die Öffentlichkeit nicht erschlossen. Die Jungen Grünen Wil-Fürstenland sind Mitglied der Interessengemeinschaft Weierwisen, welche die Oberen Weierwise zu einem Naturerlebnisgebiet aufwerten möchte.

>>> www.ig-weierwisen.ch

Bessere soziale Durchmischung und breites Bildungsangebot an Wiler Schulen

Die Kinder und Jugendlichen der Stadt Wil sollen in der Schule mehr als nur Schreiben, Lesen und Rechnen lernen. In einem demokratischen Staat muss jedes einzelne Mitglied der Gesellschaft Verantwortung übernehmen. Dies setzt voraus, dass die Regeln des Zusammenlebens sowie das Verständnis für gesellschaftliche, ökologische und ökonomische Zusammenhänge bereits in der Volksschule vermittelt werden. Auch Kompetenzen wie die selbständige Planung und Umsetzung von Projekten, das Führen von Diskussionen und nicht zuletzt die Fähigkeit zur Selbstreflektion sollten, soweit möglich, bereits in der Schule erlernt werden. Daneben dürfen gestalterische und musische Tätigkeiten nicht zu kurz kommen, zumal deren Bedeutung für die geistige Entwicklung und die Gesundheit zunehmend durch wissenschaftliche Studien untermauert werden. Ein Bildungsauftrag, der im Schweizer Schulsystem stark vernachlässigt wird, ist die Kulturvermittlung. Kultur erfüllt eine wichtige Funktion als Plattform der gesellschaftlichen Integration und Reflexion. Eine vertiefte Auseinandersetzung mit Kultur findet heute leider nur noch in einer kleinen gesellschaftlichen Elite statt. Der abnehmende gesellschaftliche Zusammenhalt und die zunehmende Anzahl an Menschen, die sich nur noch für ihr eigenes unmittelbares Lebensumfeld interessieren, können als Ausdruck der mangelnden Kulturvermittlung gesehen werden.

Die Jungen Grünen möchten, dass die genannten Bildungsziele in der Stadt Wil mehr Gewicht erhalten. Dabei sollen die verschiedenen Schuleinheiten sowie auch die einzelnen Lehrpersonen ihren eigenen Weg gehen können und von der Schulverwaltung bei ihren Projekten die nötige Unterstützung erhalten. Die Entwicklung von eigenen Schwerpunktprofilen in den Schuleinheiten wird von den Jungen Grünen begrüsst. Wichtig ist jedoch der Austausch von Erfahrungen und Know-How zwischen den Schulhäusern. Im Hinblick auf die Problematik der sozialen Durchmischung an den Wiler Schulen unterstützen die Jungen Grünen den Projektvorschlag der IG Weierwisen für ein Schulhaus im Breitenloo, welches aufgrund der Lage angrenzend an die Obere Weierwise das Schulprofil Umweltpädagogik anbieten könnte.

>>> Projektvorschlag Primarschule Breitenloo (PDF)

Vorausschauende Finanzpolitik

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Last Update: 04.10.2017