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Beschwerdeverfahren Kathi

Die sogenannte Wiler Oberstufenfrage ist seit drei Jahrzehnten Gegenstand kontroverser Auseinandersetzungen. Seit dem 19. Jahrhundert bestand in Wil eine vom Kloster St. Katharina geführte Mädchenschule (Kathi), die gestützt auf einen Schulvertrag mit der Stadt einen Teil des öffentlichen Bildungsangebotes bereitstellte. Um die Jahrtausendwende setzte sich bei den städtischen Behörden die Erkenntnis durch, dass der Status quo sowohl aus schulpolitischen als auch aus rechtlichen Gründen nicht länger aufrechterhalten werden kann. Trotz zahlreicher Anläufe ist es bis heute nicht gelungen, die Oberstufenstruktur zu reformieren. Anfang 2012 übertrug das Kloster die Mädchensekundarschule unter Verletzung des Schulvertrages und ohne Rücksprache mit der Stadt Wil an eine privatrechtliche Stiftung. Die Stiftung führt das Kathi bis heute fort und nimmt von der Stadt Wil jährliche Schulgeldzahlungen von rund 2.7 Mio. Franken entgegen, ohne dass dafür eine Rechtsgrundlage besteht.

Nachdem der Stadtrat früher bei jeder Gelegenheit auf die rechtliche Unhaltbarkeit der Situation hingewiesen hatte, ist er im Jahr 2014 dazu übergegangen, das Problem zu ignorieren. Mit dem "Nachtrag I zum Schulvertrag" (2015) und der "Kündigung des Schulvertrages" (2018) hat der Stadtrat mittlerweile bereits zwei hochgradig unseriöse Parlamentsgeschäfte zum Kathi vorgelegt, die nur Verwirrung stiften und in keiner Weise zur Klärung beitragen. Die Jungen Grünen Wil-Fürstenland haben es sich zur Aufgabe gemacht, dem jahrzehntelangen behördlichen Eiertanz um das Kathi ein Ende zu bereiten. Wir haben deshalb gegen beide Parlamentsvorlagen ein Beschwerdeverfahren eingeleitet. Im Sinne einer maximalen Transparenz veröffentlichen wir auf dieser Seite alle wesentlichen Unterlagen zu den beiden Rechtsverfahren.

Leider mussten wir feststellen, dass nicht nur die städtischen, sondern auch die kantonalen Behörden sich davor drücken, das heisse Eisen anzufassen. Auf die im Februar 2016 erhobene Beschwerde betreffend "Nachtrag I zum Schulvertrag" ist das kantonale Departement des Innern (DI) zunächst nicht einmal eingetreten. Im Juli 2018 hob das Verwaltungsgericht den willkürlichen Nichteintretensentscheid teilweise auf und verpflichtete das DI dazu, die Beschwerde materiell zu behandeln. Im Juli 2019 hat das DI die Beschwerde - wiederum mit einer vollkommen unhaltbaren Begründung - abgewiesen. Auch diesen Entscheid haben wir an das Verwaltungsgericht weitergezogen. Im Dezember 2019 bestätigte das Verwaltungsgericht unseren Standpunkt, dass für einen Schulvertrag zwischen der Stadt Wil und der Stiftung St. Katharina eine gesetzliche Grundlage fehlt, und hob den "Nachtrag I" auf. Dieser Entscheid wurde durch den Stadtrat und den Stiftungsrat ans Bundesgericht weitergezogen, wo der Fall zur Zeit hängig ist.

Für das Verfahren betreffend "Kündigung des Schulvertrages" erklärte sich das DI kurzerhand als unzuständig; die Beschwerde wurde im Mai 2018 zur Behandlung an das Bildungsdepartement (BLD) überwiesen, welches die Akten im Juni 2018 wiederum zur Stellungnahme an das DI zurückgewiesen hat. Im Juli 2018 hat das Stadtparlament schliesslich entschieden, auf die Vorlage des Stadtrates gar nicht eingetreten, weshalb die Beschwerde gegenstandslos geworden ist. Wir haben verlangt, dass das BLD dennoch eine aufsichtsrechtliche Prüfung der Vertragssituation durchführt. Das BLD verweigerte die Einleitung eines aufsichtsrechtlichen Verfahrens mit der saloppen Begründung, es würden "keine Anzeichen auf Unrechtmässigkeit" bestehen. Festzustellen bleibt, dass das Gebaren der Kantonsbehörden in Sachen "Kathi" äusserst befremdlich ist und das Vertrauen in die Verwaltungsrechtspflege untergräbt.

Wir sind dazu entschlossen, weiterhin alle rechtlichen Möglichkeiten auszuschöpfen, um eine endgültige Klärung der "Oberstufenfrage" herbeizuführen. Die Prozesse sind mit erheblichen Kostenrisiken und einem grossen Arbeitsaufwand verbunden, weshalb wir für finanzielle Unterstützung sehr dankbar sind.

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Aktuell

Medienmitteilung JGWF 21.12.2019

Entscheid VerwG 17.12.2019

Beschwerdeschrift, 05.08.2019, mit Akten- und Inhaltsverzeichnis auf Seite 49 ff.

Akten gem. Verzeichnis vom 05.08.2019

Parlamentsbeschlüsse vom 11. Februar 2016

act. 1, Bericht und Antrag, 29.04.2015

act. 2, Protokoll Parlament, 21.10.2015

act. 3, Bericht und Antrag, 18.11.2015

act. 4, E-Mail Koller, 25.11.2015

act. 5, geänderter Antrag, 03.02.2016

act. 6, Nachtrag zum Schulvertrag, 03.02.2016

act. 7, Protokoll Parlament, 17.02.2016

act. 7a, Anzeige Referendum, 18.02.2016

Beschwerde gegen die Parlamentsbeschlüsse vom 11. Februar 2016, Teil 1 (bis Rückweisung an DI)

act. 8, Beschwerdeschrift, 25.02.2016

act. 9, Schreiben JGWF, 26.02.2016

act. 10, Schreiben DI, 29.02.2016

act. 11, Schreiben JGWF, 05.03.2016

act. 12, Schreiben DI, 08.03.2016

act. 14, Schreiben DI, 17.03.2016

act. 15, E-Mail Koller/Röösli, 13.-17.03.2016

act. 16, Schreiben JGWF, 17.03.2016

act. 17, Schreiben Stadtkanzlei, 24.03.2016

act. 18, Vernehmlassung Stadtrat, 08.04.2016

act. 19, Schreiben DI, 12.04.2016

act. 20, Schreiben DI, 12.04.2016

act. 21, Schreiben DI, 12.04.2016

act. 22, Replik JGWF, 20.04.2016

act. 23, Mitbericht BLD, 22.04.2016

act. 24, Mitbericht AfG, 26.04.2016

act. 25, Schreiben DI, 27.04.2016

act. 26, Stellungnahme Stadtrat, 03.05.2016

act. 27, Schreiben DI, 10.05.2016

act. 28, Verfügung DI, 12.05.2016

act. 29, Erläuterungsgesuch JGWF, 14.05.2016

act. 30, Schreiben DI, 18.05.2016

act. 31, Duplik Stadtrat, 18.05.2016

act. 32, Schreiben JGWF, 25.05.2016

act. 33, Schreiben DI, 26.05.2016

act. 34, Schreiben DI, 26.05.2016

act. 35, Schreiben Stadtkanzlei, 13.05.2016

act. 36, Schreiben DI, 15.06.2016

act. 37, Schreiben DI, 15.06.2016

act. 39, Schreiben DI, 29.06.2016

act. 43, Replik JGWF, 12.08.2016

act. 44, Schreiben DI, 17.08.2016

act. 46, Schreiben Stadtrat, 31.08.2016

act. 47, Schreiben DI, 06.09.2016

act. 49, Entscheid DI, 06.02.2017

act. 50, Beschwerdeerklärung JGWF, 16.02.2017

act. 51, Schreiben VerwG, 17.02.2017

act. 53, Beschwerdeergänzung JGWF, 13.03.2017

act. 55, Verfügung VerwG, 21.04.2017

act. 56, Schreiben DI, 25.04.2017

act. 57, Schreiben Stadtrat, 01.05.2017

act. 59, Verfügung VerwG, 10.05.2017

act. 60, Vernehmlassung DI, 16.05.2017

act. 61, Schreiben JGWF, 22.05.2017

act. 62, Vernehmlassung Stadtrat, 16.06.2017

act. 64, Schreiben VerwG, 23.06.2017

act. 65, Schreiben JGWF, 14.07.2017

act. 67, Schreiben JGWF, 12.11.2017

act. 68, Schreiben VerwG, 20.11.2017

act. 69, Schreiben JGWF, 17.04.2018

act. 70, Entscheid VerwG, 20.07.2018

act. 71 Schreiben JGWF, 30.07.2018

act. 72, Berichtigung VerwG, 13.08.2018

Beschwerde gegen die Parlamentsbeschlüsse vom 11. Februar 2016, Teil 2 (nach Rückweisung an DI)

act. 74, Schreiben DI, 20.11.2018

act. 75, Schreiben DI, 11.03.2019

act. 76, Schreiben Stadtrat, 22.03.2019

act. 77, Schreiben JGWF, 26.03.2019

act. 78, Schreiben Stadtrat, 01.04.2019

act. 80, Schreiben DI, 02.04.2019

act. 81, Schreiben JGWF, 11.04.2019

act. 82, Schreiben DI, 23.04.2019

act. 83, Verfügung DI, 06.05.2019

act. 84, Mitbericht BLD, 07.05.2019

act. 85, Schreiben DI, 09.05.2019

act. 87, Vernehmlassung JGWF, 24.05.2019

act. 89, Schreiben DI, 29.05.2019

act. 90, Entscheid DI, 02.07.2019

act. 91, Beschwerdeerklärung JGWF, 06.07.2019

act. 92, Schreiben VerwG, 09.07.2019

act. 93, Schreiben VerwG, 09.07.2019

Vorgeschichte

act. 96, Schulvertrag, 30.10.1996

act. 97, Rechtsgutachten, 20.05.2007

act. 98, Postulatsbericht, 18.02.2009

act. 99, Interpellation, 05.01.2012

act. 100, Interpellationsantwort, 15.02.2012

act. 101, Strategie Stiftung, 21.08.2012

act. 102, Stellungnahme Erziehungsrat, 24.05.2013

act. 103, Interpellationsantwort, 22.01.2014

act. 104, Schreiben BLD, 25.03.2014

act. 105, Rechtsfragen Stadtrat, 07.05.2014

act. 106, Schreiben Stadtrat, 15.05.2014

act. 107, Schreiben BLD, 23.06.2014

act. 108, Schreiben Stadtrat, 10.06.2014

act. 109, Schreiben BLD, 09.09.2014

act. 110, Vernehmlassung JGWF, 31.10.2014

act. 117, Schreiben Stadtrat, 08.09.2015

act. 118, Verfügung DI, 04.12.2015

Medienbeiträge und Communiqués

act. 120, Polit-Talk Koller, 11.02.2014

act. 121, Medienmitteilung Stadtrat, 16.12.2014

act. 123, Polit-Talk Malgaroli, 17.09.2015

act. 128, Leserbrief Koller, 02.10.2015

act. 130, Polit-Talk Malgaroli, 04.02.2016

act. 132, Medienmitteilung JGWF, 27.02.2016

act. 134, Leserbrief Koller, 02.03.2016

act. 137, Leserbrief Cappelli, 05.03.2016

act. 139, Medienmitteilung JGWF, 11.03.2016

act. 143, Medienmitteilung JGWF, 13.05.2016

act. 144, Medienmitteilung JGWF, 24.05.2016

act. 145, Medienmitteilung JGWF, 07.02.2017

act. 147, Medienmitteilung JGWF, 30.07.2018

Beschwerde gegen die Parlamentsvorlage vom 7. März 2018

act. 154, Bericht und Antrag, 07.03.2018

act. 155, Beschwerdeschrift JGWF, 03.04.2018

act. 156, Schreiben DI, 09.04.2018

act. 157, Vernehmlassung Stadtrat, 30.04.2018

act. 159, Schreiben DI, 03.05.2018

act. 160, Schreiben JGWF, 25.05.2018

act. 161, Schreiben DI, 29.05.2018

act. 162, Schreiben BLD, 21.06.2018

act. 163, Kommissionsbericht, 26.06.2018

act. 164, Schreiben JGWF, 09.07.2018

act. 165, Schreiben BLD, 16.07.2018

act. 166, Schreiben BLD, 14.08.2018

act. 167, Protokoll Parlament, 15.08.2018

Weitere Akten

act. 168, Statuten JGWF, 23.02.2012

act. 170, Weisungen Erziehungsrat, 18.05.2016

act. 171, Rechnung Stadt Wil 2016

act. 172, Rechnung Stadt Wil 2017

act. 173, Bericht und Antrag, 07.11.2018

act. 174, E-Mail Koller/Peter, 21.-27.11.2018

act. 175, Rechnung Stadt Wil 2018

act. 176, Kommissionsbericht, 29.06.2019

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Last Update: 02.03.2020